Die Fürst-Stirum-Klinik Bruchsal ist akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Heidelberg. Der Ärztliche Direktor, Prof. Dr. med. Martin Schuster, hat einen Lehrauftrag für Anästhesiologie an der Universität Heidelberg.

Ausbildung von Studierenden

Jährlich durchlaufen bis zu 10 Studierende im Praktischen Jahr ihr Ausbildungstertial in Anästhesiologie in unserer Abteilung. Zusätzlich sind regelmäßig Famulanten an unserer Klinik tätig.

Die Ausbildung erfolgt in allen Bereichen des Fachs. Neben der Tätigkeit im OP verbringen die Studierenden mindestens einen Monat auf der Intensivstation.

Ein Lernzielkatalog für das PJ-Studium ist etabliert. Besonderer Fokus wird auf die Vermittlung praktischer Fähigkeiten gelegt. Alle Studierende erhalten umfangreiche Erfahrungen im Atemwegsmanagement, lernen die Platzierung von supraglottischen Atemwegshilfen und die endotracheale Intubation. Die Anlage von zentralen Venenkathetern und arteriellen Kathetern wird ebenso unterrichtet, wie die Durchführung der gängigen Narkoseverfahren.

Im OP ist der Studierende einem erfahrenen Anästhesisten zugeordnet, so dass die praktische Tätigkeit unter enger 1:1 Supervision trainiert werden kann.

Auf der Intensivstation können die Studierende die ganze Bandbreite moderner Intensivmedizin erlernen, inklusive Beatmungstherapie, hämodynamischem Monitoring, kardiozirkulatrische Therapie, Nierenersatzverfahren, Sedierungs- und Ernährungsmanagement.

Eine Teilnahme am Notarztdienst ist möglich.

Wöchentlich findet eine intensivmedizinische Lehr-Visite für die Studierenden durch den Ärztlichen Direktor am Standort Bruchsal statt. An Hand einer Fallvorstellung am Patientenbett, die ein Studierender vorbereitet, werden theoretische Inhalte besprochen und das konkrete Management am Patientenbett diskutiert.

Zweimal im Jahr erfolgt ein spezielles notfallmedizinisches Training für PJ Studierende. Mittels MegaCode Training werden in einer ganztägigen Schulung relevante notfallmedizinische Kenntnisse aus dem Studium wieder aufgefrischt und die praktische Herangehensweise bei Notfällen in Kleingruppen zu 3 oder 4 Studierenden unter Anleitung eines erfahrenen Notfallmediziners trainiert.

Die Klinik für Anästhesiologie nimmt, wie alle anderen Kliniken, am PJ-Untericht teil. In 12 vordefinierten Lerneinheiten pro Jahr werden die prüfungsrelevanten Themen besprochen. Der PJ Unterricht wird durch den Ärztlichen Direktor oder in Vertretung durch einen Oberarzt durchgeführt.

Weiterbildung

Es besteht eine strukturierte Weiterbildung nach dem Curriculum des Berufsverbandes der Anästhesisten und der Landesärztekammer. In der Klinik besteht die Möglichkeit zur Erlangung aller Zusatzweiterbildungen unseres Faches (volle Ermächtigung für das Fach „Anästhesiologie“ und die Zusatzweiterbildungen „Intensivmedizin“, „Spezielle Schmerztherapie“ und die Zusatzbezeichnung „Notfallmedizin“).

Die Einarbeitung neuer Mitarbeiter erfolgt über mindestens einen Monat standardisiert im Tutorensystem. Weitere standardisierte Einarbeitungsphasen durchläuft der Mitarbeiter vor dem Einsatz auf der Intensivstation und im Notarztdienst.

Alle notwendigen Fortbildungen (Notarztkurs, Vorbereitungskurs Intensivmedizin, Strahlenschutzkunde) erfolgen in Freistellung und werden vollständig durch die Fürst-Stirum-Klinik finanziert.

Durch die enge Supervision durch mindestens einen nicht saalgebundenen Oberarzt und den Ärztlichen Direktor kann eine optimale Lernkurve insbesondere für den Berufsanfänger erreicht werden. Der Mitarbeiter wird früh an die Regionalanästhesie herangeführt. In der Regel kann schon nach einem Jahr der junge Kollege die meisten peripheren und zentralen Verfahren selbständig durchführen, wobei ein besonderer Fokus auf eine breite Ausbildung gelegt wird. Sowohl Landmarken, wie Nervenstimulator und sonografiegestützte Verfahren werden erlernt. Ebenso erreicht der Mitarbeiter in kurzer Zeit die notwendige Expertise in der geburtshilflichen Anästhesie und im Schockraum-Management.

Der Eintritt in den Dienst ist nach 6-12 Monaten vorgesehen. Jährlich und vor dem Eintritt in den Dienst wird der Ausbildungsstand an Hand unseres hauseigenen kompetenzbasierten Weiterbildungskatalogs überprüft.

Der Einsatz auf der Intensivstation erfolgt in 2 Blöcken von je  6 Monaten. Nach 2 Jahren ist die Erlangung der Zusatzbezeichnung Notfallmedizin und die Teilnahme am Notarztdienst möglich.

Wöchentlich werden abteilungsinterne Fortbildungsveranstaltungen durchgeführt, die durch die Landesärztekammer zertifiziert werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der tarifvertraglich zugesicherten Teilnahme an Kongressen.

Die nach MPG benötigten Geräteeinweisungen werden durchgeführt.
Die Abteilung nimmt an den Evaluierungen der Weiterbildung der Ärztekammer teil. Die aktuellen Ergebnisse sind auf der Homepage der Ärztekammer hinterlegt.

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