Der ärztlich und pflegerisch besetzte Akut-Schmerzdienst betreut Patienten mit postoperativen und akuten Schmerzzuständen. Hierbei kommt das gesamte Spektrum an medikamentöser Therapie zur Anwendung, inklusive der kontinuierlichen, pumpengesteuerten Regionalanästhesie mittels Schmerzkatheter und der patientenkontrollierten Analgesie  Zusätzlich zu den Visiten der Station findet bei allen Patienten mit Schmerzkathetern mindestens einmal am Tag eine Schmerzvisite durch den Schmerzdienst statt.

Ein allgemeiner Standard zur Schmerztherapie ist im Haus etabliert.
Mehrere Ärzte verfügen über die Zusatzqualifikation "Spezielle Schmerztherapie".

Chronische Schmerzpatienten und Tumorschmerzpatienten werden konsiliarisch (auch in Zusammenarbeit mit der Klinik für Psychosomatische Medizin) betreut. Neben der Pharmakotherapie kommen nichtmedikamentöse (Akupunktur, TENS) Verfahren und in bestimmten Fällen Sympathikus-Blockaden (Stellatumblockade, Ggl. cervicale superius-Blockade) und Neurolysen (z. B.  Plexus-Coeliacus-Blockade, Grenzstrangneurolyse) zum Einsatz.

Schmerzambulanzen

An der Fürst-Stirum-Klinik wird eine kassenärztliche Schmerzambulanz von Dr. Roland Braun geleitet, an der Rechbergklinik von Dr. Heinz Kaiser. Patienten können durch niedergelassene Ärzte an die Ambulanz überwiesen werden, um die Schmerztherapie zu optimieren.

Schwerpunkte in unseren Schmerzambulanzen sind die Behandlung von Tumorschmerzen, Kopfschmerzen/ Migräne, Gesichtsschmerzen/ Trigeminusneuralgie, Schmerzen des Bewegungsapparates, akute und chronische Rückenschmerzen einschließlich Probleme von Bandscheibenerkrankungen, Schmerzerkrankungen, die vom vegetativen Nervensystem ausgehen oder unterhalten werden, Schmerzen nach Gürtelrose (Zoster) und andere Nervenschmerzen, Schmerzen bei Durchblutungsstörungen, Eingeweideschmerzen.

Die Schmerzambulanzen sind Kooperationspartner in den onkologischen Organzentren (Brust- und Darmzentrum an der Fürst-Stirum-Klinik).

Stationäre Schmerztherapie

An der Rechbergklinik ist eine stationäre Schmerztherapie etabliert.

Die Schmerzbehandlung kann stationär auf Überweisung des Hausarztes oder eines Facharztes durchgeführt werden. Dabei legen wir Wert auf enge Kooperation mit Psychotherapeuten, Rheumatologen, Neurologen, Neurochirurgen, Orthopäden und Physiotherapeuten.

Zu den angewandten Behandlungsverfahren gehören medikamentöse Schmerztherapie, Nervenblockaden, elektrische Nervenstimulation, Einsatz von Kathetern, Ports und Medikamentenpumpen, Entspannungsverfahren, Rückenschule, Akupunktur.

Multimodale Schmerztherapie

Bei einer chronischen Schmerzerkrankung sind meist mehrere Lebensbereiche betroffen, so dass ein einziger Behandlungsansatz oftmals nicht zur anhaltenden Beseitigung der Schmerzen führt. Hier hilft häufig erst die so genannte multimodale Schmerztherapie. Mehrere Spezialisten, ein gemeinsames Konzept – so lässt sich die multimodale Schmerztherapie kurz umschreiben. Neben der Linderung von Schmerzen werden durch unterschiedliche Behandlungsbausteine die durch Schmerz eingeschränkten körperlichen, psychischen und sozialen Fähigkeiten wieder hergestellt.

An der Rechbergklinik Bretten wurde dazu eine stationäre, multimodale schmerztherapeutische Behandlungseinheit eingerichtet. Sie ergänzt und erweitert das Angebot der bestehenden Schmerzambulanz. Ein Team aus Fachärzten für Anästhesie/ Schmerztherapie, Neurologie und Chirurgie/Orthopädie, Psychologen, Physio-, Ergo-, Musik- und Kunsttherapeuten sowie Pflegekräften mit der Zusatzbezeichnung „pain nurse“ arbeiten hier Hand in Hand zusammen.

Auf Basis ihrer jeweiligen körperlichen, mentalen, emotionalen und sozialen Voraussetzungen wird ein auf sie passendes Therapiekonzept abgestimmt und in regelmäßigen Teamsitzungen überprüft und angepasst. Vervollständigt wird das multimodale Schmerztherapiekonzept durch täglich stattfindende Gespräche zwischen dem Arzt und dem Patienten. Diese Aufklärungsgespräche sollen alle Fragen zu sämtlichen Therapieverfahren beantworten sowie das Krankheitsverständnis, den selbstverantwortlichen Umgang mit der Krankheit und die Krankheitsbewältigung fördern.

Behandlungsbausteine:

  • Baustein 1 - Medikamentöses Schmerztherapieverfahren
    Mit Verfahren wie Schmerzmedikamente, dem Spritzen eines Lokalanästhetikums, dem Legen eines Nervenkatheters oder der Durchführung einer Nervenblockade wird das Schmerzniveau gemindert, die Bewegungsangst genommen und die Patienten dadurch zur Aufgabe einer Schonhaltung bewegt.

  • Baustein 2 - Physiotherapie mit Einzel- oder Gruppensitzungen, ergänzt um eine medizinische Trainingstherapie zum Muskelaufbau und eine Ergotherapie.

  • Baustein 3 - Psychologische Betreuung mit Einzeltherapien, Schmerzbewältigungstraining in der Gruppe und das Erlernen von Entspannungsverfahren.

  • Baustein 4 - Musik- und Kunsttherapie
    Sie dient der Stärkung der Selbstwahrnehmung mit Hilfe von Musik und künstlerischer Betätigung.

  • Baustein 5 - Transkutane, elektrische Nervenstimulation, kurz TENS-Therapie
    Über Elektroden werden angenehme, leicht kribbelnde elektrische Impulse durch die Haut auf Nerven und Muskeln übertragen. Die Schmerzweiterleitung zum Gehirn kann so verringert oder verhindert werden.