Beatmungsgerät
Infusionstherapie

Pro Jahr werden auf den beiden Intensivstationen etwa 3.000 Patienten aus den unterschiedlichen Fachdisziplinen behandelt. Am Standort Fürst-Stirum-Klinik stehen 16 Intensivbetten zur Verfügung und am Standort Rechbergklinik 8 Intensivbetten. In Bruchsal sind 10 Betten mit der Möglichkeit zur invasiven Beatmung ausgelegt, in Bretten 6 Betten. In 2015 wurden an beiden Standorten zusammen über 44.000 Beatmungsstunden erbracht.

Die Patienten kommen in der Regel nach größeren Operationen aus dem OP-Bereich, werden aus der Notaufnahme wegen lebensbedrohlicher Akuterkrankungen oder bei Verschlechterung des Zustands aus den allgemeinen Pflegestationen übernommen.

Schwerpunkte

  • Patienten nach großen Operationen
  • Patienten mit kardiozirkulatorischem Versagen
  • Kardiologische und gastroenterologische Notfälle
  • Patienten mit schwerer Sepsis und septischer Schock
  • Patienten mit schwerem Lungenversagen und ARDS
  • Patienten mit akuter Verschlechterung einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen
  • Polytraumatisierte Patienten
  • Intoxikations- und Delirzustände

Die interdisziplinären Intensivstationen werden von der Klinik für Anästhesiologie organisatorisch geleitet, die Behandlung der Patienten auf den Intensivstationen findet in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit mit den anderen Kliniken statt, welche die Grunderkrankungen der Patienten behandeln.

Der Chefarzt der Anästhesiologie hat die volle Weiterbildungsermächtigung für die Intensivmedizin. Ein Oberarzt unserer Klinik ist fest zur Betreuung der Intensivpatienten eingeteilt. An der Fürst-Stirum-Klinik ist der diensthabenden Oberarzt der Anästhesiologie rund um die Uhr vor Ort präsent und sichert so die besondere Expertise eines langjährig erfahrener Intensivmediziner. An der Rechbergklinik ist der Oberarzt im Rufdienst rund um die Uhr erreichbar und visitiert die Patienten auch außerhalb der Regelarbeitszeiten regelmäßig.

Entsprechend dem interdisziplinären Ansatz finden täglich gemeinsame Visiten mit den beteiligten Fachdisziplinen statt, die damit ihre jeweiligen Patienten auf der Intensivstation fachspezifisch weiterbetreuen. Die Behandlung erfolgt dadurch stets in enger Kooperation mit den Chef- und Oberärzten der anderen Abteilungen. Die Assistenzärzte auf der Intensivstation kommen aus den Fachabteilungen Anästhesiologie, Innere Medizin und Chirurgie.

Pflegedienst

An den beiden Standorten betreuen über 60 speziell geschulte Krankenschwestern und Krankenpfleger rund um die Uhr die Patienten der Intensivstationen. Ein hoher Anteil der Pflegekräfte hat die staatlich anerkannte, 2 jährige Zusatzausbildung "Anästhesie und Intensivpflege" absolviert.

Monitoring

An jedem Patientenbett steht eine zentrale Überwachungseinheit mit automatischer Ereignisdokumentation zur Verfügung. Ein erweitertes hämodynamisches Monitoring (inkl. PICCO, PAK und TEE) ist überall bettseitig verfügbar und wird leitliniengerecht bei kardiozirkulatorisch instabilen Patienten intensiv genutzt.
Blutgasanalysen können jederzeit auf Station durchgeführt werden. Ein geschlossenes System zur intermittierenden Blasendruckmessung bei drohendem intraabdominellen Kompartmentsyndrom ist ebenfalls möglich.

Beatmung/Analgosedierung

Die Beatmungsplätze sind mit modernen Beatmungsgeräten ausgerüstet mit der Möglichkeit zur nicht-invasiven Ventilation.

  • Ein Weaningprotokoll ist etabliert
  • Eine intensivierte Lagerungstherapie mit und ohne Einsatz von Spezialbetten erfolgt bedarfsgerecht, insbesondere bei Patienten mit schwerem Lungenversagen und übergewichtigen Patienten
  • Das Analgosedierungskonzept umfasst die Definition der Ziel-Sedierungstiefe, die Verwendung der ganzen Bandbreite moderner Sedierungsmedikamente und regelmäßiger Aufwachversuche zur neurologischen Beurteilung.
  • Bettseitig werden diagnostische und therapeutische Bronchoskopien und Dilatationstracheotomien durch die Anästhesiologie durchgeführt.

Patiententransport

Für den Intrahospitaltransport von Intensivpatienten steht eine Transporteinheit mit der Möglichkeit zur Fortführung der gesamten Intensivtherapie zur Verfügung.

Nierenersatzverfahren

rs13399
rs13219

Für die kontinuierliche Nierenersatztherapie als CVVHD/F mit lokaler Citrat-Antikoagulation, welche durch die Klinik für Anästhesiologie selbstständig durchgeführt werden, stehen insgesamt 4 Geräte zur Verfügung.

Intermittierende Nierenersatzverfahren und die Behandlung der Patienten mit Nierenversagen erfolgt in enger Kooperation mit dem örtlichen nephrologischen Zentrum.

Endoskopie

Notfallendoskopien und die Anlage von jejunalen Ernährungssonden kann bettseitig erfolgen.

Postreanimationsbehandlung

Eine Hypothermiebehandlung nach Reanimation wird regelhaft und leitliniengerecht durchgeführt. Hierfür stehen am Standort Fürst-Stirum-Klinik Geräte mit speziellen Kühlkathetern oder Kühlmatten zur kontrollierten Einstellung und Aufrechterhaltung der gewünschten Temperatur bereit.

Antibiotikatherapie

Standards zur kalkulierten initialen Antibiotikatherapie bei lebensbedrohlichen Infektionen sind etabliert.

Kurvenführung

Die Kurvenführung, Kodierung und Patientenverwaltung erfolgt durch das Papierkurven, zum Teil unterstützt durch ein Patientendaten-Management-System.