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Kreiskliniken konsequent transparent

29.05.2018 09:42 Uhr

Ziel ist die kontinuierliche Verbesserung der Qualität durch Messung

Jetzt sind die Qualitätsergebnisse der Kliniken des Landkreises Karlsruhe auf den Homepages der RKH Fürst-Stirum-Klinik Bruchsal und der RKH Rechbergklinik Bretten abrufbar. Die Kliniken stellen ihre aus Routinedaten berechneten Qualitätsergebnisse für alle relevanten Krankheitsbilder des jeweiligen Krankenhauses dar. Die Ergebnisse stammen aus dem Vergleich von über 400 Kliniken in Deutschland und der Schweiz, die sich der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) angeschlossen haben. Insgesamt sind hierbei über 350 Qualitätskennzahlen für 60 relevante Krankheitsbilder und Behandlungsverfahren dargestellt. Die Landkreiskliniken nutzen die IQM Methodik für ihr aktives Qualitätsmanagement. Die ständige Verbesserung von Behandlungsprozessen und –ergebnissen führt zu besserer Behandlungsqualität und mehr Patientensicherheit.

 

„Ziel ist es, unseren Patienten die bestmögliche Qualität in der medizinischen Versorgung zukommen zu lassen“, sagt Susanne Jansen, Regionaldirektorin der RKH Kliniken des Landkreises Karlsruhe. „Deshalb sind wir der trägerübergreifenden Initiative beigetreten. Die IQM Daten zur Ergebnisqualität belegen unsere Stärken, zeigen aber auch, wo Optimierungspotenzial besteht.“

 

Beispielhaft sei hier die Behandlung bei einer Blutvergiftung, einer sogenannten Sepsis, genannt. In der RKH Fürst-Stirum-Klinik Bruchsal liegt bei der Behandlung bei schwerer Blutvergiftung mit 15,5% die Sterblichkeitsrate unter dem IQM-Erwartungswert von 17,0%. Bei der Behandlung von Patienten mit schwerem Lungenversagen und längerfristiger Beatmungspflicht hingegen liegt die Sterblichkeitsrate oberhalb des Erwartungswertes. Im Jahr 2017 sind 47,7% der Patienten mit dieser Diagnose verstorben, während dies im bundesweiten Vergleich nur 33,6% waren. Es wird nun hausintern geprüft, ob die Abweichung durch nicht beeinflussbare Faktoren wie Vorerkrankungen der Patienten, Anteil der Patienten in palliativer Erkrankungssituation oder das hohe durchschnittliche Alter der Patienten an der RKH Fürst-Stirum-Klinik zu erklären sind oder ob eine Veränderung der medizinischen Behandlungsabläufe oder der Strukturen die Ergebnisqualität verbessern könnte. „Wir schauen uns am Ende des Monats alle Behandlungsfälle mit tödlichem Ausgang in einer Mortalitäts- und Morbiditätskonferenz zusammen mit allen beteiligten Abteilungen genau an, um Hinweise auf Verbesserungsmöglichkeiten zu finden. Zusätzlich finden regelmäßig über den Qualitätsverbund sogenannte Peer Review Verfahren im Bereich der Intensivmedizin statt, in dem externe, speziell geschulte Ärzte besondere Behandlungsverläufe analysieren, um mögliche Optimierungspotentiale zu finden. Bislang haben wir diese Review Verfahren immer mit einem großen Lob für die enge und gute interdisziplinäre Zusammenarbeit im Bereich der Intensivmedizin abgeschlossen“, erklärt Professor Dr. Martin Schuster, Ärztlicher Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie.

Ein weiteres Beispiel ist der Darmkrebs. Während die RKH Fürst-Stirum-Klinik Bruchsal für Operationen bei Dickdarmkrebs mit 0% keinerlei Sterblichkeitsrate aufweist und damit weit unter dem bundesweiten Referenzwert von 4,7% liegt, ist die Sterblichkeit von Patienten bei Enddarmkrebs mit 4,76% etwas über dem Bundesdurchschnitt von 3,9%. Bei näherer Betrachtung wird aber deutlich, dass es sich nur um einen Patienten dieser Diagnose gehandelt hat, der an einem weit fortgeschrittenen Darmkrebs erkrankt war. Der Patient hatte sich trotz erfolgreicher Entfernung des Tumors nicht mehr erholen können und wollte dann auch keine weiteren intensivmedizinischen Maßnahmen durchführen lassen.

 

„Unsere Ergebnisse veröffentlichen wir ganz bewusst freiwillig im Internet. Diese konsequente Transparenz setzt hierzulande Maßstäbe und ist für uns vor allem zusätzlicher Ansporn, um noch besser zu werden“, so Susanne Jansen.

 



Pressesprecher

Alexander Tsongas
Abteilungsleiter Unternehmenskommunikation und Marketing
Posilipostraße 4
71640 Ludwigsburg

E-Mail: alexander.tsongas(at)verbund-rkh.de